Nach Monaten negativer Schlagzeilen und Verzögerungen, darunter die Verschiebung des Werksbaus in Magdeburg, überrascht Intel nun mit einem optimistischen Quartalsausblick. Diese positive Prognose, trotz eines massiven Verlusts, trieb die Aktie um bis zu 10 % im nachbörslichen Handel in die Höhe.
Analyse
Intel leidet unter sinkender Nachfrage nach klassischen Prozessoren und starker Konkurrenz im KI-Bereich, insbesondere durch Nvidia. Trotz eines Quartalsverlusts von 16,6 Milliarden Dollar erwartet Intel für das laufende Quartal höhere Umsätze von 13,3 bis 14,3 Milliarden Dollar, übertrifft damit leicht die Analystenprognosen und zeigt „soliden Fortschritt“ im operativen Geschäft. Der Sparte für Rechenzentren gelang es, ihren Umsatz um 9 % zu steigern, obwohl die Konkurrenz im Cloud- und KI-Markt intensiver wird.
Restrukturierungskosten, massive Abschreibungen und der Verkauf unrentabler Geschäftsbereiche belasten das Ergebnis, doch CEO Pat Gelsinger setzt auf langfristige Effizienz und Rentabilität. Die Verschiebung des deutschen Werksbaus in Magdeburg signalisiert einen strikten Sparkurs, der für das Unternehmen zunächst jedoch notwendig erscheint, um seine Erholung zu stabilisieren. Zugleich schreitet der Umbau durch die Streichung von rund 16.500 Arbeitsplätzen weiter voran.
Prognose und Ausblick
Intels Erwartungen für das kommende Quartal sind weiterhin verhalten optimistisch, auch wenn die Konkurrenz durch KI-Chip-Anbieter zunimmt. KI-Anwendungen dominieren zunehmend die Marktnachfrage, sodass Intel eine Neuausrichtung vorantreibt, um zukunftsfähig zu bleiben. Analysten erwarten, dass Intel auf lange Sicht von Investitionen in spezialisierte KI-Chips profitieren könnte, auch wenn kurzfristig noch eine herausfordernde Phase bevorsteht.
Handelsempfehlung
Anleger, die auf eine Erholung setzen, könnten von der aktuellen Kursentwicklung profitieren. Mit einem stabilisierenden Effizienzprogramm und strategischen Investitionen zeigt sich Intel langfristig attraktiv, jedoch bleibt die Aktie aufgrund ihrer Volatilität und den Herausforderungen durch den KI-Wandel ein Risiko.



