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Pessimismus von Goldman Sachs bezüglich des US-Aktienmarkts: Ausblick auf zehn schwache Jahre

Goldman Sachs, eine der führenden Investmentbanken der Welt, hat in einer aktuellen Analyse einen besorgniserregenden Ausblick auf den US-Aktienmarkt gegeben. Die Strategen um David Kostin warnen, dass die Anleger sich auf ein Jahrzehnt mit schwacher Performance einstellen sollten. Diese Einschätzung basiert auf verschiedenen Faktoren, die die zukünftige Entwicklung des Marktes beeinflussen könnten.

Die aktuelle Marktlage

  • Rally des S&P 500: Der S&P 500 hat in den letzten Jahren eine beeindruckende Rally hingelegt und erzielte in den letzten zehn Jahren eine annualisierte Gesamtrendite von 13 Prozent. Diese Performance wurde maßgeblich durch eine ultralockere Geldpolitik der US-Notenbank und ein starkes Wirtschaftswachstum unterstützt.
  • Erwartungen für die Zukunft: Laut Goldman Sachs wird die jährliche Rendite des S&P 500 in den kommenden zehn Jahren jedoch auf lediglich 3 Prozent sinken. Dies steht im krassen Gegensatz zu den vergangenen Jahren und dem langfristigen Durchschnitt von 11 Prozent.

Gründe für den Pessimismus

  • Übergewichtung von Technologieunternehmen: Ein wesentlicher Grund für die pessimistische Prognose ist die Dominanz einer kleinen Anzahl von Technologieunternehmen im S&P 500. Diese Unternehmen, darunter Giganten wie NVIDIA und Microsoft, machen etwa 30 Prozent des Indexwerts aus. Ihre übermäßige Gewichtung könnte das Wachstum des Index gefährden, insbesondere wenn deren Umsatzwachstum ins Stocken gerät.
  • Zinsumfeld: Die US-Notenbank hat seit März 2022 die Zinsen von nahe Null auf 5,25 bis 5,50 Prozent angehoben, um die Inflation zu bekämpfen. Obwohl die Zinsen im September 2024 gesenkt wurden, ist die Ära der extrem niedrigen Zinssätze wahrscheinlich vorbei. Dies könnte sich negativ auf technologieorientierte Unternehmen auswirken, die auf günstige Finanzierungsbedingungen angewiesen sind.
  • Inflation und Staatsverschuldung: Goldman Sachs sieht auch die Möglichkeit, dass die Renditen des S&P 500 hinter der Inflation zurückbleiben könnten. Mit einer Wahrscheinlichkeit von einem Drittel könnte die Performance bis 2034 unter der Inflationsrate liegen. Zudem sorgt die hohe US-Staatsverschuldung für zusätzliche Unsicherheiten im Markt.

Die Rolle der Künstlichen Intelligenz

  • Ein zweischneidiges Schwert: Künstliche Intelligenz (KI) wird als ein bedeutender Treiber für das Wachstum im S&P 500 angesehen. Während KI das Potenzial hat, die Gesellschaft grundlegend zu verändern, warnen Experten, dass die Kursentwicklung in diesem Bereich volatil sein könnte. Rücksetzer sind zu erwarten, was die Unsicherheit für Anleger erhöht.

Ein herausforderndes Jahrzehnt

Goldman Sachs‘ pessimistische Einschätzung des US-Aktienmarkts deutet darauf hin, dass Anleger sich auf ein herausforderndes Jahrzehnt einstellen sollten. Die Kombination aus überbewerteten Technologieaktien, einem sich verändernden Zinsumfeld und makroökonomischen Unsicherheiten könnte die Renditen erheblich dämpfen. Anleger sind gut beraten, ihre Strategien zu überdenken und sich auf eine mögliche Phase der Unterperformance vorzubereiten. In einer Zeit, in der viele Investoren optimistisch bleiben, könnte der Pessimismus von Goldman Sachs ein Warnsignal für die kommenden Jahre sein.

Verliert Warren Buffett ebenfalls das Vertrauen in den Aktienmarkt?

Warren Buffett, bekannt als einer der erfolgreichsten Investoren der Welt, zeigt eine deutliche Zurückhaltung gegenüber Aktienkäufen. Seit acht Quartalen verkauft er mit seinem Unternehmen Berkshire Hathaway mehr Aktien als er erwirbt, während die Cash-Bestände des Konzerns auf über 325 Milliarden US-Dollar anwachsen. Diese Strategie hat einige Analysten veranlasst zu fragen, ob Buffett das Vertrauen in den Aktienmarkt verliert.

Analyse der aktuellen Lage

Buffetts Portfolio-Strategie zeigt klare Schwerpunkte: Im dritten Quartal 2024 reduzierte Berkshire seine Beteiligungen bei mehreren großen Aktien, darunter Apple und Bank of America, und setzte den Fokus auf hohe Liquidität. Die Aktie von Apple bleibt zwar seine größte Einzelposition, wurde jedoch um einen beachtlichen Anteil verkauft. Diese strategische Entscheidung könnte das Portfolio unabhängiger von den Schwankungen der Technologiebranche machen. Buffetts konservative Haltung ist vor allem in einem wirtschaftlichen Umfeld von hoher Unsicherheit und Überbewertung vieler Aktienmarktsignale zu beobachten.

Faktoren für Buffetts Verkaufsstrategie

  1. Hohe Marktvolatilität und Bewertungsniveau: Buffett bevorzugt preiswerte Anlagen mit langfristigem Wachstumspotenzial. Da die Bewertung vieler US-Aktien als überhöht gilt und Buffetts eigener „Buffett-Indikator“ auf eine Überbewertung hindeutet, scheint er vorsichtig zu agieren.
  2. Makroökonomische Unsicherheiten: Faktoren wie hohe Staatsverschuldung, inflationsbedingte Zinssätze und politische Unsicherheiten lassen die Attraktivität risikoreicher Anlagen sinken.
  3. Liquidität und Flexibilität: Der hohe Cash-Bestand gibt Berkshire die Flexibilität, Chancen wahrzunehmen, wenn die Preise sinken, etwa durch mögliche Kurskorrekturen. Zudem hält der Konzern vorwiegend US-Staatsanleihen, die aktuell attraktive Renditen bieten.

Prognose und Ausblick

Kurzfristig könnte Buffetts Fokus auf Liquidität eine zukunftsorientierte Absicherung darstellen. Buffett hat betont, dass er bei aktuellen Kursniveaus keine Notwendigkeit für aggressive Aktienkäufe sieht und weiterhin ein attraktives Risiko-Ertrags-Verhältnis priorisiert. Diese konservative Strategie könnte langfristig als stabilisierender Faktor für Berkshire wirken, sollte der Markt in eine Phase der Korrektur eintreten. Langfristig könnte Buffett dennoch bei einem Kursrückgang wieder verstärkt als Käufer auftreten.

Handelsempfehlung

Anleger könnten Buffetts Ansatz als Vorbild für ein vorsichtigeres Vorgehen in einem aktuell unsicheren Marktumfeld betrachten. Wer ein ähnlich konservatives Risiko-Rendite-Profil anstrebt, sollte ebenso auf Cash-Reserven setzen und selektiv in unterbewertete Unternehmen investieren, die langfristig eine hohe Stabilität versprechen.

Buffett verliert möglicherweise nicht das Vertrauen in den Markt, sondern positioniert Berkshire Hathaway für mögliche kommende Marktschwankungen und Krisen. Mit einer Mischung aus Liquidität und langfristigen Investments bereitet er das Unternehmen für eine Zukunft vor, in der Stabilität und Krisenresistenz entscheidend sind.

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