DeepSeek vs. ChatGPT: Ein Vergleich der Online-Recherche-Fähigkeiten und aktuelle Kontroversen
In der dynamischen Welt der Künstlichen Intelligenz (KI) stehen DeepSeek und ChatGPT als prominente Vertreter für fortschrittliche Sprachmodelle. Während beide Systeme beeindruckende Fähigkeiten in der Verarbeitung natürlicher Sprache zeigen, unterscheiden sie sich signifikant in ihren Möglichkeiten zur Online-Recherche. Zudem sind jüngst Kontroversen um die Nutzung proprietärer Modelle aufgekommen. Dieser Artikel beleuchtet die aktuellen Entwicklungen beider KI-Modelle, analysiert ihre jeweiligen Stärken und Schwächen und diskutiert die Auswirkungen auf die Finanzmärkte.
Aktuelle Entwicklungen
DeepSeek: Ein aufstrebender Stern aus China
DeepSeek, eine in China entwickelte KI, wurde erstmals im Mai 2023 vorgestellt und hat seitdem erhebliche Fortschritte gemacht. Im Januar 2025 wurde die fortschrittliche Version DeepSeek-R1 eingeführt. Bemerkenswert ist, dass die Entwicklung mit einem Budget von nur 6 Millionen Dollar realisiert wurde. DeepSeek ist derzeit kostenlos verfügbar und kann auf verschiedenen Geräten wie Computern, Smartphones und Tablets genutzt werden. Die Benutzeroberfläche ermöglicht es, Fragen in einer Chat-ähnlichen Umgebung zu stellen. Allerdings ist die Funktion zur Online-Recherche nicht immer aktiv, und die KI generiert keine Bilder.
ChatGPT: OpenAIs Vorstoß in die Echtzeit-Informationsbeschaffung
OpenAI hat kürzlich eine neue Funktion für ChatGPT namens „Operator“ eingeführt. Dieser KI-Agent ist in der Lage, Aufgaben online zu erledigen, wie z.B. Reisen buchen oder Einkäufe tätigen. Operator nutzt ein Modell, das sowohl auf Text als auch auf Bildern trainiert wurde, um Befehle zu interpretieren und einen Webbrowser zu bedienen. Diese Innovation zielt darauf ab, verschiedene tägliche und berufliche Aufgaben zu automatisieren und so die Produktivität zu steigern. OpenAI ist sich der potenziellen Risiken bewusst und hat daher Sicherheitsvorkehrungen getroffen sowie eine schrittweise Einführung geplant.
Analyse der Online-Recherche-Fähigkeiten
DeepSeek: Begrenzte Echtzeit-Integration
Obwohl DeepSeek in vielen Bereichen beeindruckt, gibt es Einschränkungen bei der Online-Recherche. Die KI gibt selbst an: „Leider kann ich keine tagesaktuellen Nachrichten oder Online-Quellen direkt recherchieren, da mein Wissenstand nur bis Oktober 2023 reicht und ich keinen Live-Zugriff auf das Internet habe.“ Dies bedeutet, dass DeepSeek bei Anfragen, die aktuelle Informationen erfordern, auf allgemeines Wissen zurückgreift und keine Echtzeit-Daten liefern kann.
ChatGPT: Echtzeit-Informationszugriff
Im Gegensatz dazu hat ChatGPT durch die Integration von „Operator“ die Fähigkeit erlangt, in Echtzeit auf das Internet zuzugreifen. Dies ermöglicht es der KI, aktuelle Informationen abzurufen, Aufgaben online zu erledigen und den Nutzern stets aktuelle Daten bereitzustellen. Diese Funktionalität hebt ChatGPT deutlich von DeepSeek ab und bietet einen erheblichen Mehrwert für Nutzer, die auf aktuelle Informationen angewiesen sind.
Kontroverse: Nutzung proprietärer Modelle
Vorwürfe gegen DeepSeek
Jüngst sind Vorwürfe laut geworden, dass DeepSeek proprietäre Modelle von OpenAI genutzt habe, um seine eigenen Systeme zu trainieren. Laut Financial Times gibt OpenAI an, Beweise dafür gefunden zu haben, dass das chinesische Start-up DeepSeek die proprietären Modelle des US-Unternehmens verwendet habe, um seine eigenen KI-Modelle zu trainieren. Diese Anschuldigungen werfen Fragen hinsichtlich der ethischen Praktiken in der KI-Entwicklung auf und könnten rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Reaktionen und Implikationen
Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, könnte dies erhebliche Auswirkungen auf die Wahrnehmung von DeepSeek und die internationale Zusammenarbeit im Bereich der KI haben. Es stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit klarer Richtlinien und Abkommen zum Schutz geistigen Eigentums in der globalen KI-Forschung.
Auswirkungen auf die Finanzmärkte
Die Einführung von DeepSeek hat erhebliche Auswirkungen auf die Finanzmärkte gehabt. Am 28. Januar 2025 blieben US-Technologieaktien volatil, nachdem eine bedeutende Verkaufswelle durch den Start von DeepSeek ausgelöst wurde. Nvidia erlebte weitere Schwankungen, wobei sich die Aktien nach einem massiven Einbruch am Montag leicht erholten. Der Nasdaq stieg um 0,9 %, während der S&P 500 um etwa 0,5 % zulegte. Ehemaliger Präsident Donald Trump bezeichnete den Start von DeepSeek als „Weckruf“ für US-Technologieunternehmen. Es gibt Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes und der Verbreitung von Fehlinformationen im Zusammenhang mit der chinesischen KI-Plattform.
Fazit
Während sowohl DeepSeek als auch ChatGPT beeindruckende Fortschritte in der KI-Entwicklung zeigen, unterscheiden sie sich deutlich in ihren Fähigkeiten zur Online-Recherche. DeepSeek ist derzeit nicht in der Lage, Echtzeit-Informationen abzurufen, was seine Nützlichkeit in bestimmten Kontexten einschränkt. ChatGPT hingegen hat durch die Integration von „Operator“ die Fähigkeit erlangt, in Echtzeit auf das Internet zuzugreifen und somit stets aktuelle Informationen bereitzustellen. Die jüngsten Vorwürfe gegen DeepSeek hinsichtlich der Nutzung proprietärer Modelle werfen zudem ethische Fragen auf, die die zukünftige Entwicklung und Zusammenarbeit in der KI-Forschung beeinflussen könnten. Für Nutzer, die auf aktuelle Daten angewiesen sind, stellt ChatGPT daher eine überlegene Wahl dar.



